Fräulein Immerglück

Zurück aus Kuba

P1010518Hola! Seit einer guten Woche bin ich nun wieder zurück in Deutschland – und zwar aus Kuba. Ich habe mich langsam an die kalten Temperaturen gewöhnt, bin wieder im Alltag angekommen und habe vor allem die vielen unterschiedlichen Eindrücke so halbwegs sortiert, so dass es nach einer Pause hier nun endlich wieder weiter geht!

Die zweieinhalb Wochen dort waren unglaublich erlebnisreich und das Land hat mich immer wieder begeistert und erstaunt. Manche Klischees wollten sich so gar nicht bestätigen (z.B. dass Kubaner überall und bei jeder Gelegenheit Salsa tanzen), andere hingegen dann doch – auf jeden Fall aber hat Kuba es immer wieder geschafft, mich von Neuem zu überraschen. Ein einziger Blogpost über die Reise würde wahrscheinlich endlos lang, daher werde ich nach und nach berichten. Heute gibt es erst einmal ein paar allgemeine Infos.

Route

P1000944Wir waren auf der Westseite der Insel unterwegs: Nach Havanna ging es nach Soroa, Vinales, Cienfuegos, Trinidad und nach einem Abstecher nach Varadero (wir waren dann doch neugierig, wo die ganzen Tagestouristen in Trinidad herkamen) wieder zurück an den Ausgangspunkt Havanna. Die Route scheint unter Kuba-Reisenden der totale Klassiker zu sein – uns ist es einige Male passiert, dass wir Touristen an verschiedenen Orten wieder getroffen habe. Wer sich einen genaueren Eindruck machen möchte: Hier gibt es die komplette Tour in der Kartenansicht. Sowohl die Strecke als auch die Reisedauer kann ich für diesen Teil des Landes weiter empfehlen: Ich fand das Verhältnis zwischen Herumreisen und ab und zu auch ein paar Nächte am Stück an einem Ort zu sein ganz ausgewogen. Noch mehr Stationen hätte ich in den 16 Tagen nicht so gern eingebaut, da die Eindrücke auch so schon vielfältig und teilweise überwältigend genug waren.

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Übernachtung
Übernachtet haben wir ausschließlich in Privatunterkünften, den sogenannten Casas Particulares, die in Kuba sehr verbreitet sind. Am besten kann man diese Form der Unterkunft – je nach Familie oder Haus – als Mischung aus Zimmern in Privatwohnungen und familiären Bed & Breakfasts beschreiben, zumindest war das bei den Casas der Fall, die wir kennen gelernt haben. Die Übernachtungen kosten zwischen 20 und 35 CUC (ca. 15 bis 27 Euro) pro Doppelzimmer. Wir hatten in allen Fällen ein eigenes Bad und oft waren die Zimmer ein wenig abgetrennt vom übrigen Wohnbereich – es gab also genug Privatsphäre. Reserviert hatten wir die meisten Unterkünfte im Vorfeld über Kuba Hostal, eine kleine Vermittlung in Hamburg. Letztendlich wäre es auch problemlos möglich gewesen, einfach drauf los zu fahren und jeweils vor Ort ein Casa zu suchen – in den Orten, in denen wir vorher nicht reserviert hatten, gab es Casas Particulares wie Sand am Meer und es war sehr einfach, ein Zimmer zu finden. Der Vorteil der Reservierung über Kuba Hostal war aber, dass es sich schon um eine Vorauswahl gehandelt hat und unsere Ansprechpartnerin Doro uns auch schon ein bisschen was zu den Familien und der Unterkunft erzählen konnte. Außerdem hat sie uns auch darüber hinaus viele gute Tipps zu Kuba und zu unserer Reiseroute gegeben.

Transport
P1010454Von Ort zu Ort sind wir meist mit dem Taxi gekommen. Klingt für europäische Verhältnisse erst mal dekadent, ist aber recht günstig, wenn man im Vorfeld mit dem Fahrer einen Festpreis verhandelt. Ab zwei Personen liegt der Preis in der Regel nur unwesentlich über dem des Überland-Busunternehmens Viazul, und da der Bus meist nur eine oder wenige Abfahrtzeiten pro Tag hat, ist man natürlich auch viel flexibler. Als Beispiel: Die teuerste Strecke war die ca. sechsstündige Fahrt von Vinales nach Cienfuegos mit 140 CUC (ca. 108 Euro). Wir haben über den Fahrer noch ein französisches Paar mit dem gleichen Ziel gefunden, so dass der Preis pro Person bei 35 CUC (ca. 27 Euro) lag. Da in Kuba wirklich so viele Oldtimer unterwegs sind, wie das Klischee vermuten lässt, legt man charmanterweise viele Strecken in sehr, sehr schönen alten Autos zurück! Während der Viazul als Alternative übrigens grundsätzlich wohl empfehlenswert ist, habe ich über längere Zugverbindungen eigentlich nur schlechtes gehört – von Verspätungen von mehr als 12 Stunden bis hin zu komplett ausgefallenen Zügen. Ach und apropos: Es kommt hin und wieder auch mal vor, dass öffentliche Verkehrsmittel auf unbekannte Zeit gar nicht fahren – am besten immer Einheimische fragen, bevor man lange umsonst wartet! Dass Busse, Fähren etc. per se unzuverlässig sind – so wie es der eine oder andere Reisebericht oder Blogpost vermuten lassen – kann ich allerdings nicht bestätigen.

P1000921Eher abzuraten ist nach dem, was ich so mitbekommen habe, von Mietwagen. Zum einen, weil man nicht unbedingt jeden Tag ein Auto für längere Strecken braucht und ein Mietwagen mit 75 Euro pro Tag (plus Spritkosten) zumindest bei unserer Strecke im Schnitt eine Ecke teurer ist als ein Taxi mit Fahrer. Zum anderen ist es echt stressig mit Mietwagen unterwegs zu sein: Die Straßen sind oft sehr schlecht, so dass man sich sehr auf die Strecke bzw. das Ausweichen von Schlaglöchern konzentrieren muss und von der Landschaft wenig hat. Nach der Einbruch der Dunkelheit kommt hinzu, dass die Straßenbeleuchtung nur sehr spärlich ist. Und dann gibt es noch eine Regelung, die ich echt gruselig finde: Verursacht man nämlich einen Unfall, bei dem ein Kubaner verletzt wird, muss man auf eigene Kosten so lange im Land bleiben, bis er oder sie wieder geheilt ist. Also nee, dann doch lieber Bus oder Taxi!

Essen und Trinken

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Kuba ist definitiv das Land der Genussmittel: Kaffee, Tabak und Rum gehören zu den Spezialitäten, die dort produziert bzw. angebaut und verarbeitet werden – und die es überall umfassbar günstig gibt. Ich bin ja froh, dass ich mich seit kurzem zu den Kaffee-Trinkern zählen kann, denn somit konnte ich wenigstens eines der landestypischen Genussmittel probieren (mit Tabak und Rum hab ich es nicht so…). Der Kaffee wird sehr, sehr, sehr stark serviert. Zum Frühstück haben wir in den unterschiedlichen Familien eine kleine Kanne Kaffee (den stärksten, den ich je getrunken habe) bekommen sowie eine größere Kanne mit warmer Milch – und dann gab es Milch mit Kaffee, andersrum oder gar pur wäre es zumindest für mich nicht genießbar gewesen (und war wohl auch nicht so gedacht). Der Kaffee, der in den Restaurants und Bars nachmittags und abends gereicht wurde, wird meist in Espresso-Tassen serviert und ist dann nicht ganz so intensiv.

Was das Essen betrifft, haben wir auf den Tipp von Doro meist in den Familien zu Abend gegessen – die Preise hierfür lagen zwischen 8 und 12 CUC – und neben Fisch oder Fleisch unserer Wahl immer riesige Portionen verschiedener Beilagen bekommen. Manchmal gab es auch eine Suppe vorweg oder ein Dessert im Anschluss. Es war fast immer sehr lecker, so dass wir nicht besonders häufig abends in Restaurants essen waren – daher werden nur vereinzelt ein paar Tipps zum Essen gehen folgen. Die kubanische Küche ist im Gegensatz zu den umliegenden Ländern in der Karibik sehr mild und hat es nicht so mit Gewürzen oder Salz. Wovon ich ja total begeistert war: Bananenchips (sooo lecker, vor allem, wenn sie noch warm sind), die oft auch in Bars zum Drink gereicht werden, frittierte Bananen als Beilage (überhaupt wird in Kuba sehr gern frittiert) und Pommes Frites aus Süßkartoffeln!

Mit Rum wird vor allem beim Mischen von Cocktails ganz schön großzügig umgegangen und manchmal kommt es vor, dass die Rum-Flasche mit dem Drink zusammen auf den Tisch gestellt – falls man es noch stärker will. Für Raucher ist Kuba wahrscheinlich ein Paradies. Es gab kaum ein Restaurant oder keine Bar, in der rauchen verboten gewesen wäre. Selbst in manchen Zügen waren Zigaretten und Zigarren erlaubt und die meisten Taxifahrer reagieren auf die Frage, ob rauchen erlaubt sei mit einem verwunderten „Natürlich!“. Als Nichtraucher habe ich mich schnell daran gewöhnt, bei den tropischen Temperaturen findet vieles ja draußen oder zumindest bei geöffneten Fenstern statt…

So, das war es für´s Erste (war ja auch lang genug). Als nächstes geht es mit ein paar konkreteren Tipps und Hinweisen weiter…

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