Fräulein Immerglück

Gelesen: Durch den Wind

Durch den WindVier Freundinnen Anfang/Mitte dreißig in der Großstadt, die vom Angekommen-Sein noch weit entfernt sind – kennt ihr irgendwoher? Auch wenn es ein bisschen so klingt, es geht nicht um die Buchvorlage von Sex and the City. „Durch den Wind“ von Annika Reich spielt in Berlin und erzählt von den Lebenswegen und -konflikten von Yoko, Friederike, Alison und Siri.

Yoko, ein männermordender  Vamp, will keine tiefen Beziehungen aufbauen und hat ihrer Heimat Japan vor langer Zeit den Rücken gekehrt. Friederike führt einen kleinen Laden (der sehr Berlin Mitte ist, und in dem man Kunst, Alltagsgegenstände und Kaffee und Kuchen bekommt, ihr wisst schon), schiebt seit Ewigkeiten ihre Doktorarbeit vor sich her und wünscht sich eigentlich vor allem ein Kind. Ihr Freund will jedoch nicht so richtig mitspielen. Alison ist ein beinahe elfenhaftes Wesen, das ziemlich lebensunfähig wirkt und dessen Leben sich vor allem um ihren Partner Viktor dreht, den sie über alles liebt. Als dieser eines Tages aus heiterem Himmel spurlos verschwindet, ist sie völlig verzweifelt.  Und Siri ist nicht nur wunderschön, sie führt auch ein Bilderbuch-Leben mit Bilderbuch-Gatten und Bilderbuch-Kind. Nach außen zumindest, denn sie ist furchtbar unglücklich.

Der Roman dreht sich um die Frage „Wann geht das Leben eigentlich richtig los?“ und beschreibt sehr gut den Konflikt zwischen dem Wunsch, etwas Neues anzufangen um das persönliche Glück zu finden und der Furcht davor, das Gewohnte zu verlassen. Schließlich weiß man ja nicht, ob auf dem Alternativ-Weg wirklich das Glück wartet. Mir hat die Sprache der Autorin gut gefallen und vor allem auch, wie die Freundschaft der Frauen untereinander und die Rollen, die sie jeweils für die anderen spielen, beschrieben wird. Allerdings fand ich die Protagonistinnen etwas überzeichnet (noch eine Parallele zu Sex and the City) und tatsächlich ziemlich „durch den Wind“ – mit Ausnahme von Yoko hätte ich jedes der Mädels manchmal gern schütteln wollen.  Trotzdem hat es alles in allem Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

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    Eva
    12. Juni 2014 at 9:08

    … möchte ich sofort lesen! 🙂

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