Fräulein Immerglück

Gelesen: Die Interessanten

Die Interessanten BuchtippKennt ihr das Gefühl, wenn ihr einen Protagonisten durch einen dicken Roman begleitet und danach  fast schon einen guten Bekannten habt? Bei „Die Interessanten“ bekommt ihr mit dem Buch gleich eine ganz Clique! Den Titel fand ich ehrlich gesagt etwas merkwürdig (um nicht zu sagen bescheuert), er erklärt sich aber schnell: Es ist der Name, den sich eine Teenie-Gruppe selbst gibt.

Die Mädchen und Jungs lernen sich in den 1970er Jahren in einem Sommercamp kennen, in dem künstlerische Begabung gefordert werden. Die 15-jährigen Julie, hat nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Möglichkeit, an dem Sommercamp teilzunehmen. Denn sonst hätte ihre Mutter es sich nicht leisten können, ihrer Tochter die Zeit dort zu ermöglichen: In dem Ferienort verbringen die Kinder der Oberschicht New Yorks den Sommer.

Julie ist fasziniert von dieser Welt und wird Teil der „Interessanten“, einer Gruppe aus drei Jungen und drei Mädchen; das charismatische Geschwisterpaar Ash und Goodman, Ethan, der bereits als Teenager Trickfilme produziert, die etwas frühreife und temperamentvolle Cathy und Jonah, ein angehender Musiker. Die Freundschaft unter einander wird ein Leben lang halten – zumindest gilt das für einen Teil der Clique. Denn als Goodman etwas später verdächtigt wird, Cathy vergewaltigt zu haben, wird die Gruppe fast auseinander gerissen und ist um zwei Mitglieder (welche wohl?!) kleiner. Dieser Plot wird im gesamten Roman eine wichtige Rolle spielen, mehr verrate ich nicht (ja, ich weiß, das mache ich oft, aber ich will euch doch die Spannung nicht nehmen).

Als Leser begleitet man die sechs vom Zeitpunkt des ersten Treffens bis sie Mitte fünfzig sind. Man erfährt, was die Protagonisten aus ihrem jeweiligen Talent gemacht haben und ist teils überrascht, dass sie doch ganz unerwartete Wege einschlagen. Der Großteil der Geschichte ist aus der Sicht Julies geschildert, es kommen aber auch einige der anderen zu Wort, was dem Leser ermöglicht, einige Zusammenhänge zu erkennen.

Was mir besonders gut gefallen hat: Es geht um die Lebensgeschichte der Freunde und der für die jeweiligen Lebensphasen wichtigen Themen, gleichzeitig vermittelt Meg Wolitzer aber auch, welche gesellschaftliche Themen in den jeweiligen Epochen eine Rolle gespielte haben – von der Post-Hippie-Phase der 1970er Jahre bis zur Wirtschaftskrise um 2008. Ich war echt ein bisschen traurig als ich den Roman zu Ende gelesen hatte (und das ging trotz der vielen Seiten schnell!), weil er mir so gut gefallen hat und werde sicher mal stöbern, was es sonst noch von Meg Wolitzer gibt!

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2 Comments

  • Reply
    Mareike von Herzpotenzial
    29. Oktober 2014 at 10:09

    Das klingt sehr vielversprechend. Ich habe das Buch hier auch liegen und möchte es bald anfangen. Deine Rezension macht richtig Lust dazu 🙂
    Liebe Grüße
    Mareike

    • Reply
      fraeuleinimmerglueck
      4. November 2014 at 10:32

      Vielen Dank :-)! Und viel Spaß beim Lesen, bin gespannt, wie du es findest!
      Liebe Grüße
      Verena

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