Fräulein Immerglück

Gelesen: Fegefeuer

Fegefeier BuchtippSeit Montag haben ja überall die Weihnachtsmärkte geöffnet und ich freue mich jedes Mal, wenn ich an den geschmückten Buden und den vielen Lichtern vorbei laufe. Einen richtigen Weihnachtsmarkt-Besuch habe ich bislang noch nicht hingekriegt – in Hamburg weht seit Montag ein furchtbar kalter Wind und ich muss mich erst mal überwinden…Wenn es euch so ähnlich geht und ihr ein kuscheliges Sofa momentan noch verführerischer findet, habe ich einen Tipp für einen spannenden Schmöker.

ZWEI FRAUEN, DIE AUF DEN ERSTEN BLICK NICHS GEMEINSAM HABEN
Fegefeuer ist eine Art literarischer Thriller und Familiengeschichte zugleich. Der Roman verbindet zwei Handlungen, die auf den ersten Blick erst mal gar nichts miteinander zu tun haben: Die alte Aliide lebt abgeschieden und allein in einem Bauernhaus in Estland. Als sie ein menschengroßes Bündel in ihrem Garten findet, ist sie zunächst äußerst misstrauisch.

Das „Bündel“ stellt sich als die junge Russin Zara heraus. Sie landete in Berlin, nachdem Männer in ihrer Heimat ihr einen Job in der deutschen Hauptstadt versprochen hatten. Dort wurde sie zur Prostitution gezwungen, doch ihr gelang die Flucht. Dass Zara ausgerechnet in Aliides Garten in Estland landet, ist kein Zufall: Die beiden Frauen verbindet eine gemeinsame Geschichte – welche, das wird erst nach und nach im Verlauf des Romans aufgedeckt.

LITERARISCHER THRILLER MIT TEMPO
Der Roman wird in Rückblenden und Perspektivenwechseln erzählt, wodurch er mich beim Lesen fast schon an einen temporeichen Film erinnert hat. Und wie bei einem temporeichen, guten Film nimmt die Spannung erst langsam, dann rasant zu, so dass man dem Ende und der Auflösung der Geschichte geradezu entgegen fiebert.

Ich habe Fegefeuer schon oft empfohlen und mehrfach verschenkt, das Buch gehört zu den fesselndsten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Als Finnland im Oktober Thema der Frankfurter Buchmesse war und man überall von den Neuerscheinungen lesen konnte, kam mir gleich in den Sinn, dass ich euch unbedingt mal dieses Buch empfehlen muss – wenn es auch keine Neuerscheinung ist (dafür aber inzwischen in Taschenbuchform erhältlich). In diesem Jahr hat Sofi Okansen ihren neuen Roman Als die Tauben verschwanden veröffentlicht. Dreimal dürft ihr raten, was in diesem Jahr auf meinem Weihnachts-Wunschzettel steht…

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