Fräulein Immerglück

Gelesen: Die Verlobungen

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Frances ist jung, ehrgeizig und erfolgreich. Sie gehört zu den besten Mitarbeitern ihrer Werbeagentur und lebt voll und ganz für ihre Karriere. Ehe und Familie kommen für sie nicht in Frage. Damit ist sie eine große Ausnahme, denn es ist das Jahr 1947 und andere Frauen ihres Alters beeilen sich, einen passenden Ehemann zu finden, wenn sie nicht schon unter der Haube sind.

A DIAMOND IS FOREVER
Für den größten Kunden der Agentur, den Diamentenhändler De Beers, schafft Frances einen Geniestreich: Sie kreiert den Slogan „A diamond is forever“ und die Kampagne, die dafür sorgt, dass für zahlreiche Menschen weltweit zu einem Heiratsantrag auch ein Diamantring gehört. Paradoxerweise, denn damit propagiert sie ein Weltbild, das ihr persönlich völlig gegen den Strich geht.

In den nächsten Kapiteln lernt der Leser weitere Protagonisten kennen: Evelyn, die völlig entsetzt ist, als ihr Sohn ihr eröffnet, dass er sich scheiden lassen wird. Delphine, die ihren Mann für einen sehr viel jüngeren Künstler verlassen hat und von Paris nach New York zieht. Den Rettungssanitäter, der finanziell kaum über die Runden kommt, aber seiner Frau gern einen schönen Diamantring schenken möchte, den sie als Verlobungsring tragen kann. Und Kate, die von der Ehe nichts hält – als ihr schwuler Cousin aber endlich heiraten kann, spielt sie das ganze Spiel mit und hilft bei der Organisation seiner Hochzeit.

EINE WAHRE GESCHICHTE… 
Die Klammer zwischen den fünf Erzählsträngen ist ein Diamant, der in allen Geschichten und den verschiedenen Jahrzehnten auftaucht. Und der verdeutlicht, wie die Protagonisten in ihren unterschiedlichen Situationen zum Thema Verlobung und Ehe stehen. Übrigens basiert der Roman auf einer wahren Geschichte – und das ganze Verlobungsring-Ritual tatsächlich auf der Werbekampagne von De Beers. Als Kommunikationswissenschaftlerin ziehe ich den Hut, der Romantikerin in mir stellen sich ein klein wenig die Nackenhaare hoch…

Wer hier auf dem Blog schon länger mitliest, der hat bestimmt mitbekommen, dass ich was für gut geschriebene Episoden-Romane übrig habe. Ein solcher ist auch The Engagements bzw. die Verlobungen. Die Sprünge zwischen den einzelnen Handlungen sind meiner Meinung nach perfekt gewählt, zum Ende einer jeden Episode gibt es einen Cliffhanger, der es einem schwer macht, eine Lesepause einzulegen. Lasst euch nicht vom kitschigen Buchcover täuschen (sowohl in der englischen als auch der deutschen Ausgabe): Es handelt sich zwar um einen gut lesbaren Schmöker, der aber keinesfalls kitschig sondern toll geschrieben und spannend ist. Ich persönlich fand den Roman von J. Courney Sullivan to gut, dass ich ihn in einem Rutsch auf dem Rückflug von China durchgelesen habe und nur ein Minimum des (guten) Bord-Filmprogramms genutzt habe – das heißt was, oder?!

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1 Comment

  • Reply
    Sabine Depew
    30. Mai 2015 at 11:16

    Klingt sehr überzeugend! Danke für den guten Tipp! LG Sabine

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