Fräulein Immerglück

10 Dos und Don’ts für London: Was ihr unbedingt machen bzw. lassen solltet

London Dos and Donts

Zugegeben, es ist jetzt schon eine ganze Weile her, dass ich hier angekündigt habe, meine London-Tipps auf dem Blog mit euch zu teilen. Aber vielleicht erinnert ihr euch auch noch daran, dass ich mir angesichts der Größe und unzähligen Möglichkeiten der Stadt  die Frage stelle: Wo fängt man denn da an, zu berichten? Bevor ich einzelne Neuentdeckungen, nette Cafés und Insider-Tipps mit euch teile, habe ich daher einen etwas allgemeineren Artikel für euch zusammengestellt: Was sollte man in London unbedingt vermeiden? Und was sollte man auf jeden Fall in London machen?

DONT’S

Auf der Rolltreppe links stehen
Die Münchner Leser unter euch dürften hier keine Anpassungsprobleme haben: Auf den Rolltreppen in London steht man auf der rechten Seite und geht auf der linken. IMMER. Ohne Ausnahme. Mit dem Stehen auf der linken Seite – insbesondere zur Rushhour – geht ihr das Risiko ein, jeden noch so höflichen Engländer aus der Fassung zu bringen und von eiligen Passanten angerempelt zu werden.

Zur Rushhour die Tube benutzen
Dass London eine Millionenstadt ist, wird mir immer wieder im öffentlichen Nahverkehr bewusst. Egal zu welcher Uhrzeit man unterwegs ist, in den Zügen und U-Bahnen (bzw. Tubes) ist eigentlich immer was los und ein Sitzplatz ist zu vielen Zeiten ein absoluter Luxus. Im Berufsverkehr habe ich es auch öfter schon erlebt, dass ich gar nicht erst in den Zug hineingekommen bin, weil es zu voll war, und dann auf den nächsten warten musste.

Falls ihr also zeitlich halbwegs flexibel seid, versucht die Tube (und die Züge) zwischen 16:15 und 19:00 Uhr zu vermeiden – es macht dann echt keinen Spaß. Wenn das keine Option ist, ein kleiner Tipp: Schaut euch die Tube Karte an und umgeht die großen Verkehrsknotenpunkte. Manchmal lohnt es sich, ein bisschen weiter zu laufen und an einem Stopp einzusteigen, der vor dem nächsten Bahnhof/der nächsten Umsteigemöglichkeit liegt. Damit seid ihr vielen Fahrgästen einen klitzekleinen Schritt voraus und könnt euch möglicherweise einen Sitzplatz oder überhaupt erst einen Ministehplatz in der Tube/im Zug sichern.

Vordrängeln
Eines der absolut wahren Vorurteile über Engländer ist, dass sie äußerst diszipliniert in der Schlange anstehen. Traubenhafte „Einfädelungs-Konstrukte“ wie wir sie in Deutschland kennen, sind den Menschen in London völlig fremd und ein Dorn im Auge. Ich würde sogar sagen, noch mehr als auf der Rolltreppe links zu stehen. Und irgendwie haben sie da ja auch Recht, finde ich – es wollen schließlich alle anstehenden Leute das Gleiche. Egal also, wie eilig ihr es habt, Vordrängeln in London (und generell in England) ist ein absolutes Don’t. Falls ihr euren Flug, die eigene Hochzeit oder eine Audienz bei der Queen zu verpassen droht, dann lassen die Menschen vor euch in der Schlange bestimmt mit sich reden, wenn ihr nett und höflich (siehe Do’s) fragt…nur einfach an ihnen vorbeizulaufen ist keine so gute Idee.

Die Oxfordstreet am Wochenende
Ich wollte es am Anfang ja selber nicht glauben und konnte nicht verstehen, dass jeder Londoner diese Straße (vor allem am Wochenende) für eine absolute NoGo Area hält, die man nach Möglichkeit weiträumig umgehen sollte. „Kann doch nicht so schlimm sein“, dachte ich mir, „wie viel nerviger als die Hamburger Mönckebergstraße wird es da schon sein?!“. Ich war neugierig auf die vielen britischen Ladenketten, auf Selfridge’s und, ja, ehrlich gesagt irgendwie auch darauf, was mich denn da jetzt erwarten würde.

Tja, was soll ich sagen, meine Freunde hatten Recht und es geht sehr viel schlimmer als die Hamburger Mönckebergstraße an einem Samstag im Winterschlussverkauf (ich naives Provinz Ei…). Ich glaube, ich habe in Europa noch nie so viele drängelnde, konsumfreudige Menschen auf einmal erlebt, so lange in Schlangen zur Umkleidekabine angestanden und einen Einkaufsbummel so gestresst (und ohne Ergebnis) beendet. Und zu den Einkaufsmöglichkeiten: Mit Ausnahme von Selfridges gibt es auf der Oxfordstreet nichts, was ihr nicht auch zu Hause (Filialen von globalen Modeketten), woanders in London (in entspannterer Atmosphäre) oder online finden würdet. Einen kleinen Shopping Guide für London findet ihr hier (die Tipps gelten natürlich auch jenseits der Weihnachtszeit).

Ohne Reservierung ins Restaurant
Okay, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber grundsätzlich ist es in London sehr viel schwieriger als in deutschen Großstädten, spontan einen Platz in einem zentralen, angesagten Restaurant zu finden. Sehr beliebte oder hippe Restaurants sind teilweise sogar schon Monate vorher ausgebucht. Wenn ihr also ein ganz bestimmtes Lokal im Auge habt, dann bucht am besten schon einige Zeit vor dem Abflug einen Tisch.

Es gibt bestimmt noch weitere Dinge, die man nicht unbedingt machen sollte, aber das sind die, die mir am wichtigsten erscheinen. Kommen wir also zu den Antworten auf die Frage: Was sollte man in London auf jeden Fall machen?

DO’S

Höflich sein
Alle Freunde und Familienmitglieder, die mich bislang in London besucht haben, sind völlig aus dem Häuschen darüber wie nett und höflich die Menschen in London sind. Die Wörtchen „bitte“ und „danke“ werden hier mit hoher Frequenz genutzt, Fragen oft mit „Excuse me“ eingeleitet, vor allem aber werden Aufforderungen und Bitten in charmante – und manchmal etwas umständlich – Fragen verpackt. Statt „Mach mal das Fenster zu“ hört man hier eher „Würde es dir eventuell etwas ausmachen, das Fenster bitte zu schließen?“. Direkte Aufforderungen ohne Small Talk und „bitte“ und „danke“ vorher werden hier schnell als unhöflich (und typisch deutsch) empfunden.

Diszipliniert in der Schlange stehen
(siehe dazu einfach das Don’t…)

Eine Oyster card besorgen
Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in London ist echt super ausgebaut und ihr kommt mit Tube, Bussen und Zügen in der Regel schnell und unkompliziert durch die Stadt. Zudem habe ich noch keine Stadt kennengelernt, die das Navigieren in den U-Bahn-Tunneln so übersichtlich macht. Sprich: An den Öffentlichen kommt ihr in London eigentlich nicht vorbei. Besorgt euch daher am besten direkt bei eurer eine Oyster card. Die Oyster card ist eine kreditkartengroße Fahrkarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel, auf die ihr einen individuellen Betrag laden könnt. Ihr bekommt sie in vielen Kiosken oder an den größeren Bahnhöfen. Je nach zurück gelegter Strecke wird der Preis beim ein- und auschecken (ihr müsst damit jedes Mal durch eine Schranke) abgezogen bis eine Maximalpreis (abhängig von Zone und Tageszeit) erreicht ist. Mit der Oyster card zu fahren ist daher immer billiger als eine Tageskarte zu besorgen. Ihr zahlt für die Karte einmalig ein Pfand von 5 GBP, das ihr aber bei Abgabe zurückbekommt.London Dos and Donts

Zeitpuffer einplanen
Leider ist das Netz der Tube und der Overground ziemlich anfällig für Störungen. Informiert euch am besten bevor ihr losfahrt, ob Linien von Verspätungen oder Ausfällen betroffen sind (z.B. mit der City Mapper App). Ich plane immer einen Puffer von 15 Minuten ein, wenn ich eine Strecke mit mindestens einmal Umsteigen zurücklege. Damit fahre ich ganz gut, weil auch unangekündigte Verspätungen sehr häufig sind. Auch wenn ihr bei einer Reise nach London hoffentlich keinem strengen Zeitplan folgen müsst, für den Theaterbesuch am Abend oder ein Treffen im Restaurant ist der Zeitpuffer-Tipp vielleicht ganz hilfreich.

Bequeme Schuhe einpacken
Die Tube eignet sich wie gesagt hervorragend, um in London von A nach B zu kommen – ich lege euch aber sehr ans Herz, so viele Strecken wie möglich zu Fuß zurück zu legen. London hat so viele charmante kleine Straßen, imposanten Gebäude und unerwartete Perspektiven auf Sehenswürdigkeiten, die sich euch am besten (und oft nur) beim Laufen durch die Stadt eröffnen. Meistens sehe und entdecke ich dabei so viel, dass ich die Länge der zurückgelegten Strecke ganz vergesse (und da kommen in London so einige Kilometer zusammen). Mit bequemen Schuhen rufen euch eure Füße die Länge der Strecke dann am Abend nicht unfreiwillig in Erinnerung.

So, beim Schreiben sind mir direkt ganz viele Ideen für weitere Tipps gekommen – ich hoffe also, dass ich hier bald nachlegen kann. Was sind denn eure Erfahrungen in London – habt ihr noch Ergänzungen zu meiner Liste?

Falls ihr noch weitere, allgemeine Tipps für London sucht, schaut doch mal hier vorbei:

 London Dos and Donts

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4 Comments

  • Reply
    dayofhappiness
    23. März 2017 at 12:34

    Sehr schöner und hilfreicher Bericht! Das mit den Schuhen ist für mich der „Wertvollste“ 🙂 viele Grüße, Sascha

    • Reply
      fraeuleinimmerglueck
      23. März 2017 at 13:06

      Vielen Dank für deinen Kommentar, das freut mich sehr, dass da hilfreiche Tipps für dich dabei waren :-). Und noch einer im Hinblick auf Shoppen: Wenn du ohnehin überlegst, neue Turnschuhe zu kaufen, dann würde ich versuchen ein bisschen Zeit zum Shoppen direkt am Anfang in London einzuplanen. Die Turnschuhe der bekannten Marken sind hier um einiges günstiger als in Deutschland!

      • Reply
        dayofhappiness
        23. März 2017 at 13:22

        I know! Danke 🙂 ich bin relativ oft in London und wollte Dir quasi beipflichten… 🙂 Size? In Notting Hill ist ein Shop wo ich bspw. Oft Sneaker kaufe…

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