Fräulein Immerglück

Städtereise Madrid: Meine Insider Tipps für Restaurants, Cafes und Sightseeing light

Madrid hat eine ganz besondere Bedeutung für mich, auch wenn ich das vor ein paar Jahren noch gar nicht so gesehen hätte. Klar, hätte ich gesagt, ich hab da mal ein paar Monate gelebt, um spanisch zu lernen (von dem leider nur noch Brocken übrig sind). Und ich hatte auch eine tolle Zeit in der Stadt. Aber bedeutsam?

Mittlerweile –  einige Jahre später – bin ich schlauer, denn ich habe meinen zukünftigen Mann in Madrid kennen gelernt, auch wenn wir beide damals jedem einen Vogel gezeigt hätten, der uns dies prophezeit hätte. Wir waren gute Freunde, mehr aber auch nicht, und so verlief der Kontakt sich nach der Zeit in Spanien erst mal eine Weile im Sande.

Aber genug aus dem Nähkästchen geplaudert, als unser erster (standesamtlicher) Hochzeitstag näher rückte, waren wir uns sofort einig, dass wir zusammen nach Madrid mussten – diesmal als Paar. Und so buchten wir mitten im Hochsommer einen Wochenendtrip dorthin.

40 Grad, Sonne und entspanntes Programm
Und es war heiß. Sehr heiß. Nicht, dass das jetzt überraschend war. Aber wir wollten halt zum „richtigen“ Hochzeitstag dort sein und den Trip nicht verschieben. Tja, auch bei 40 Grad ist Madrid toll, allerdings muss man genug Pausen einplanen und das Programme in bisschen anpassen.

Zum Glück kannten wir die Stadt ja wirklich aus dem FF – anstrengende Sightseeing Touren, bei dem eine Sehenswürdigkeit nach der nächsten abgehakt werden müssen, konnten wir uns also schon mal schenken (sehr gut, das ist nämlich auch bei neuen Städten so gar nicht mein Ding). Stattdessen ließen wir uns durch die Straßen und kleinen Gässchen treiben und liefen zu den Orten, die wir damals schon besonders schön fanden. Und erfreulicherweise gab es ganz viele von diesen „Insider-Tipps“ auch nach vielen Jahren noch!

Plaza Mayor
So mit als erstes ging es zum Plaza Mayor – und hach, ich fand ihn auch nach so vielen Jahren wieder ziemlich beeindruckend! Dieser Platz ist streng genommen ein Hof, der von schönen alten Gebäuden gesäumt wird. Als ich nach vielen Jahren Madrid-Abstinenz dort stand, fand ich die Größe und Offenheit direkt wieder überwältigend. In den Häusern um den Plaza Mayor befinden viele Läden, Restaurants und Bars. Der Blick von einem der Tische natürlich fantastisch, wir sind aber dennoch weiter gezogen, denn da der Plaza Mayor um eine der Haupt-Touri-Attraktionen ist, ist eigentlich so ziemlich alles auf dem Platz recht überteuert.

Frühstück im Café Federal
Die perfekte Frühstückslocation haben wir ein paar Straßen weiter gefunden: Das Café Federal. Frühstück, wie wir es in Deutschland (oder zumindest Nordeuropa) kennen, ist ja nicht so ganz das Ding der Spanier. In der Regel gibt’s einen Kaffee – gern im Stehen an der Bar – und als Höchstes der Gefühle vielleicht noch ein Hörnchen oder Croissant auf die Hand. Die kriegt ihr auch im Café Federal, dazu aber halt auch fast alles, wonach einem mit etwas nördlicheren Frühstücksgewohnheiten sein könnte: Rührei, Müsli, Sandwiches und Smoothies und eine Riesenauswahl an leckeren Teesorten (eine Mittagskarte und Kuchen gibt es dort übrigens auch). Und Stehen muss man hier auch nicht, das Café ist ziemlich stylisch eingerichtet und hat genug Sitzplätze. Die eigentliche Attraktion – zumindest im Sommer – ist aber der lauschige Platz davor.

Café Federal, Plaza de las Comendadoras, 9, 28015 Madrid, Spanien

Palacio Real
Einer der anderen Orte, an die ich unbedingt zurück wollte, war der Platz vor dem Königspalast, dem Palacio Real. Dort saß ich viele Nachmittage am Springbrunnen und habe Vokabeln gelernt (und mich immer wieder von dem schönen Blick ablenken lassen). Wie es sich für eine Palast-Umgebung gehört, ist dort alles ein bisschen edler und schicker. Klar, die Cafés sind auch hier nicht günstig, sie haben aber ein bisschen weniger von dem „typisch Touri“ Flair als die am Plaza Mayor. Im La Lonja, direkt gegenüber des Palastes, war ich echt überrascht vom Preis-Leistungs-Verhältnis und der enormen Größe meiner Padrones Peppers Portion. Padrones gehören zu meinen absoluten Favoriten der spanischen Küche – leider handelt es ich dabei um eine baskische und nicht eine madrilenische Spezialität, daher gab es die in den meisten Restaurants, in denen wir waren, nicht auf der Speisekarte.

Den Palast kann man übrigens auch von innen besichtigen, was angesichts der Hitze vielleicht gar keine dumme Idee gewesen wäre. Allerdings waren sowohl Mr. Immerglück und ich schon ein paar Mal mit Madrid-Besuchern dort gewesen und haben uns den Eintritt geschenkt.



Café Delic im Viertel La Latina

Ganz oben auf meiner „Da-will-ich-wieder-hin“ Liste stand auch das wunderschöne Viertel La Latina. Es ist bekannt für seine guten Tapas Restaurants und Cafés und vor allem einfach total idyllisch. Man könnte meinen, sich in einem kleinen spanischen Dorf zu befinden. Zumindest an manchen Ecken. Ich wollte dort unbedingt zu einem meiner Lieblingsorte aus der Zeit in Madrid zurück; dem Café Delic. Was habe ich mir dort damals die Nächte um die Ohren geschlagen! Das Café hat mehr oder weniger rund um die Uhr geöffnet, und während es damals meine Endstation durchfeierter Nächte war, um vor dem Nachhauseweg am frühen Morgen noch ein leckeres Stück Kuchen zu essen, kann man dort auch ganz entspannt tagsüber sitzen. So haben wir es bei unserem Revival-Trip dann auch gemacht, auf dem hübschen kleinen Platz vor dem Café im Schatten gesessen und uns bei einer großen Flasche Wasser und dem besten Kuchen der Stadt (versprochen!) vom Umherlaufen in der Hitze erholt. Die Auswahl fiel mir echt schwer bei den vielen Köstlichkeiten in der Vitrine und es war genauso lecker, wie ich es in Erinnerung hatte!

Café Delic, Plaza de la Paja, Costanilla de San Andrés, 14, 28005 Madrid

Geheimtipp: Das Restaurant Bodega de los Secretos
Danach gönnten wir uns erst mal eine lange Siesta im klimatisiertem Hotelzimmer, um der Nachmittagshitze zu entgehen. Und als die Sonne dann schon ziemlich tief stand, haben wir uns wieder nach draußen gewagt, um schick essen zu gehen. Da die Madrilener erst sehr spät zu Abend essen, ist es in vielen Restaurants kaum möglich, vor 21 Uhr abends eine Reservierung zu machen. Etwas gewöhnungsbedürftig vielleicht für unsere Gewohnheiten, aber es ist angesichts der Hitze – die dann etwas milder ist – wirklich sinnvoll. Und durch die Siesta waren wir auch gut ausgeruht. Wir hatten einen echten Geheimtipp gefunden, der sogar so hieß: Die Bodega de los Secretos liegt in einer kleinen Seitenstraße im Zentrum Madrids und sieht von außen eher unscheinbar aus. Direkt hinter der Tür geht eine Treppe ins Untergeschoss und in ein ziemlich stylisches Kellergewölbe-Restaurant. Kerzenlicht, alte Gemäuer und für jeden Tisch eine kleine Nische – was will man mehr für ein romantisches Candlelight Dinner? Das Essen war hervorragend, auf der Speisekarten standen spanische Spezialitäten mit ein bisschen internationalem Einfluss gemischt. Hmm! Falls es euch nach Madrid verschlägt und ihr ein etwas schickeres Restaurant sucht, kann ich dieses hier nur empfehlen. Und bei den Temperaturen draußen war ich auch gar nicht traurig, dass wir nicht draußen sitzen konnten.

Bodega de los Secretos, Calle San Blas, 4, 28014 Madrid

Vom Retiro Park zum Prado
Auch am zweiten Tag haben wir es relativ locker angehen lassen und unser Programm nicht zu voll gepackt: ausschlafen, spätes Frühstuck und ein wenig bummeln, dann sind wir zum Retiro Park gelaufen, dem wohl bekanntesten Park Madrids. Er lag damals direkt um die Ecke unserer Sprachschule und so hatten wir so einige Nachmittage dort verbracht. Der Park ist riesig und man kann darin einige Zeit umherlaufen – aber vielleicht kam es mir auch diesmal so groß vor, weil die Sonne echt vom Himmel knallte und die schattigen Abschnitte im Park eher rar waren. Wunderschön ist der Park auch bei glühender Hitze, allerdings mussten wir uns nach einer Erfrischung im Café am Ufer des kleinen Sees in der Mitte des Retiros ganz schön aufraffen, durch die Sonne wieder zurück zu marschieren.


Prado – Meisterwerk über Meisterwerk

Dem Großteil der Nachmittagshitze sind wir dann im Prado ausgewichen und haben in angenehmer Kühle die Werke alter Meister bewundert. Das Museum ist viel zu groß, um an einem Tag komplett alle Bilder zu sehen, daher sollte man sich ein paar Abschnitte aussuchen und darauf konzentrieren. Wir hatten nur einen „ganz kurzen“ Besuch im Prado geplant, weil wir eigentlich noch überlegt hatten, ins Thyssen-Bornemisza Museum zu gehen – das mir persönlich ehrlich gesagt noch besser gefällt, auch wenn es nicht ganz so bekannt ist wie der Prado. Tja, aber Mr. Immerglück und ich haben auch auf dem Trip zum ersten Hochzeitstag etwas Neues vom jeweils anderen erfahren und während ich mir unter „einer kurzen Stippvisite“ einen Besuch von etwa einer Stunde vorstellte, war mein Mann stolz darauf, in „nur“ drei Stunden seine Lieblingswerke angeschaut zu haben. Bei aller Liebe für Kultur, für ein zweites Museum hat meine Motivation dann nicht mehr gereicht.

Restaurant-Tipp für Seafood Fans: El Barril de las Lettras
Madrid liegt zwar nicht am Meer, aber leckere Fischgerichte kann man dort trotzdem essen. Am zweiten Abend waren wir im El Barril de las Lettras, einem super leckeren Fischrestaurant mitten im Poetenstadtteil Huertas. Die Gerichte kamen ohne großen Schnickschnack aus und waren bei aller Einfachheit einfach nur köstlich.

El Barril de las Lettras, Calle de Cervantes, 28, 28014 Madrid

Templo de Debod
Und zum Schluss habe ich noch einen Tipp für euch ohne Foto: Den Templo de Debod, ein alter ägyptischer Tempel, der in Madrid auf einem Hügel im Campo del Moro wieder aufgebaut wurde. Wir sind spät abends dort hingefahren und haben die besondere Stimmung und den Blick auf die nächtliche Stadt genossen – und ich habe meine Kamera einfach mal außen vor gelassen und den Augenblick genossen.

Hotel Tipp mitten im Zentrum: NH Madrid Collection Palacio de Tepa
Übernachtet haben wir im Hotel NH Collection Palacio de Tepa, von dem ich echt begeistert war. Es liegt ganz zentral im Viertel Huertas und ist einfach perfekt für Entdeckungstouren zu Fuß durch die Stadt. Lobby und Restaurant sind sehr modern gestaltet und unser Zimmer hatte mit Dachschrägen und freigelegten Balken genau die richtige Mischung aus schick und gemütlich.

NH Madrid Collection Palacio de Tepa, Calle de San Sebastián, 2, 28012 Madrid

Die paar Tage in Madrid sind echt schnell vergangen – viel zu schnell eigentlich! Aber praktischerweise haben wir ja noch einen kirchlichen Hochzeitstag, vielleicht planen wir zu diesem Anlass auch noch einen Kurztrip. Und sonst ist so ein Jahr ja auch schnell vorbei und dann steht schon der zweite Hochzeitstag an…

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